(1)
Mähdrescher beim Ernteeinsatz




(2)
Landwirtschahftliche Maschinen- und Lagerhalle in Stahlleichtbauweise- natürlich feuerverzinkt




(2)
Güllesilo und Gülletankwagen in feuerverzinkter Ausführung (der Güllesilo ist zusätzlich beschichtet)




(2)
Großraumgewächshaus in stützenfreier Bauweise ermöglicht unbehinderten Maschineneinsatz-
Stahlkonstruktion feuerverzinkt




(2)
Bullenlaufstall mit feuerverzinkter Stalleinrichtung




 Arbeitsblätter Feuerverzinken


5.2  Feuerverzinkter Stahl in der Landwirtschaft


1. 
Anforderungen
2. 
Einsatzbedingungen
3. 
Landwirtschaftliche Gebäude
4. 
Stalleinrichtungen
5. 
Maschinen und Geräte
6. 
Gewächshäuser
 
1. Anforderungen
Die Lage der europäischen Landwirtschaft ist gekennzeichnet durch Wettbewerbsdruck, Arbeitskräftemangel und Rationalisierungszwang. Unter diesen Aspekten ist es unverzichtbar, daß alle Geräte, Maschinen, Gebäude und Einrichtungen in einem landwirtschaftlichen Betrieb möglichst preiswert und trotzdem robust, langlebig, wartungsarm und wirtschaftlich sind.
Im Bereich der Landwirtschaft ist ein rauher Betrieb unter harten Einsatzbedingungen der normale Alltag; Geräte und Maschinen müssen mit einem Minimum an Wartung und Pflege auskommen (Abb. 1).
 
2. Einsatzbedingungen
Nach wie vor bestehen viele der technischen Einrichtungen und Geräte in einem landwirtschaftlichen Betrieb aus Stahl. Zäune, Tore, Hallen, Stalleinrichtungen, Gewächshäuser, Geräte, Behälter sind typische Beispiele hierfür. Der Einsatz von Stahl erfordert jedoch auch die Verwendung eines geeigneten Korrosionsschutzes. Das Feuerverzinken bietet die Möglichkeit, Stahl optimal zu schützen.
Zwar ist saubere Landluft aus korrosionstechnischer Sicht ein recht problemloses Medium, in der Landwirtschaft gibt es jedoch eine Vielzahl von anderen festen, flüssigen und gasförmigen Medien mit teilweise stark korrosiven Eigenschaften.
Bei Stalleinrichtungen kommt es zu sehr hohen korrosiven Belastungen durch Kot, Harn und sonstige Verschmutzungen. In den Stallungen selbst sind eine erhöhte Temperatur, eine hohe Feuchtigkeit und erhöhte Gehalte an Ammoniak als Folge von tierischen Exkrementen festzustellen.
Bei Geräten und Betriebseinrichtungen sind Schmutz und Ablagerungen sowie Feuchtigkeit vorhanden, die ebenfalls die Korrosionsbelastung, besonders in ungünstigen, schlecht zugänglichen Bereichen erhöhen können.
Unter diesen Bedingungen werden hohe Anforderungen an die Leistungsfähigkeit eines Korrosionsschutzsystems gestellt. Es muß widerstandsfähig, dauerhaft, strapazierfähig, abriebfest und natürlich kostengünstig sein.
 
3. Landwirtschaftliche Gebäude
Alte, landwirtschaftliche Gebäude in konventioneller Mauerwerks-Bauart können mitunter aufgrund ihrer Abmessungen, schlechten Zugänglichkeit und räumlichen Aufteilung den rationellen Einsatz von Arbeitskräften, Maschinen und Geräten behindern. Moderne Stahlkonstruktionen bieten den Vorteil großer Spannweiten, die es ermöglichen, den Innenraum optimal zu nutzen (Abb. 2).
Bei Siloanlagen bietet Stahl den Vorteil von geringem Eigengewicht, verbunden mit hoher Belastbarkeit und günstigen Kosten. Durch die Feuerverzinkung können Bleche, Stützen und Profile für viele Jahre vor Korrosion geschützt werden.
Bei Getreide muß der Wassergehalt innerhalb weniger Tage auf unter 14 % gesenkt werden, damit es lagerfähig wird. Für die Lagerung haben sich zylindrische wie auch viereckige Stahlsilos in Standardabmessungen bestens bewährt.
Stationäre Güllesilos kommen aufgrund gesetzlicher Forderungen immer mehr zur Anwendung. Auch unter diesen Einsatzbedingungen bietet feuerverzinkter Stahl, gegebenenfalls in Kombination mit einer zusätzlichen Beschichtung einen hervorragenden Korrosionsschutz (Abb. 3).
 
4. Stalleinrichtungen
Je nach Tierart oder Zweck der Unterbringung gibt es eine breite Palette von Stalleinrichtungen (Trennbügel, Gitter, Anbindevorrichtungen, Gleitstäbe, Freßgitter); sie alle unterliegen mehr oder weniger hohen korrosiven Belastungen. Gute Raumlüftung und Sauberkeit verhindern einen nennenswerten Korrosionsangriff auf die Zinkschicht.
Ein mechanischer Abrieb durch Scheuern der Tiere oder durch Gleiten von Anbindevorrichtungen kann unter Umständen vorkommen, er stellt jedoch im Regelfall kein gravierendes Korrosionsproblem dar (Abb. 4). Der eigentlich gefährliche Angriff auf die Zinkschicht erfolgt vielmehr in Bodennähe, hier insbesondere am Übergang des einbetonierten Pfostens am Stallboden. Hier greifen Kot, Harn und Feuchtigkeit konzentriert an. Unter bestimmten Voraussetzungen ist Zink gegen Gülle, die Ammoniak enthält, nicht sehr empfindlich (man denke nur an Jauchefässer, die bei richtiger Pflege eine jahrzehntelange Lebensdauer aufweisen). Entscheidend bei dem konzentrierten Angriff sind also nicht so sehr Kot oder Harn selbst, sondern die damit verbundene Dauerbefeuchtung an den Übergangsssteilen zum Stallboden. Innerhalb dieser kritischen Zone kann mitunter die Ausbildung einer schützenden Deckschicht durch die Einwirkung der angreifenden Stoffe unterbunden werden. Deshalb ist eine regelmäßige Reinigung dieser Bereiche unverzichtbar.
Eine wirtschaftliche und einfach durchzuführende Schutzmaßnahme ist das Aufbringen einer zusätzlichen Beschichtung im Bereich der Bodenzone. Geeignet hierfür sind z.B. Asphalt- oder Teerbeschichtungen, die etwa 25 - 30 cm von der Bodenoberkante aus aufgetragen werden, u. U. kann man auch das Pfostenende vor dem Einbetonieren in einen entsprechenden Behälter mit der Beschichtung eintauchen. Hierdurch läßt sich eine mögliche Problemzone ohne großen Aufwand beseitigen.
 
5. Maschinen und Geräte
Landwirtschaftliche Maschinen und Geräte zählen zu den kostenintensivsten Investitionen, ohne die jedoch heute kein Landwirt mehr auskommt. Typische Bespiele für die Arbeit im Gelände sind Traktoren, Anhänger, Düngerstreuer, Flüssig- und Festmistgeräte Bodenbearbeitungsgeräte, Mähdrescher, Pflanzenschutzgeräte und Beregnungsanlagen. In den Gebäuden und Stallungen gibt es Futterautomaten, Futtermischer, Förder- und Greiferanlagen, Häckselmaschinen, Melkstände und vieles mehr.
Die korrosiven Belastungen sind je nach Art und Einsatzzweck der Maschinen sehr unterschiedlich; häufig kommen zur chemischen Korrosionsbelastung noch mechanische oder thermische Belastungen hinzu. Es muß daher für jeden Belastungsfall sehr differenziert ein geeigneter Korrosionsschutz eingesetzt werden. In vielen Fällen sind wesentliche Bestandteile derartiger Maschinen und Geräte, dort wo sie einer erhöhten Korrosionsbelastung ausgesetzt sind, durch Feuerverzinken geschützt.
 
6. Gewächshäuser
Im Bereich des Erwerbsgartenbaus gehören Gewächshäuser aus feuerverzinktem Stahl seit Jahrzehnten zum bekannten Bild. Große, stützenfreie Überspannung von Flächen, eine filigrane und trotzdem stabile Tragwerkskonstruktion sind hierfür kennzeichnend (Abb. 5). Erst durch eine möglichst stützenfreie Konstruktion wird der Einsatz von Maschinen und Geräten in Gewächshäusern wirtschaftlich möglich. Die Stahlkonstruktion muß in der Lage sein, den korrosiven Belastungen (Feuchtigkeit, Temperatur und chemischer Angriff) von der Innenseite der Gewächshäuser zu widerstehen, ebenso muß das Gewächshaus auch von der Außenseite in der Lage sein, der natürlichen Witterung und ggf. auch Sturm und Schnee standzuhalten. Feuerverzinkter Stahl bietet hierfür die besten Voraussetzungen.





 

 

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