(1)
Fehlstellen im Zinküberzug durch nicht entfernte Schweißschlacken




(2)
Die neue Euro-Norm regelt den gesamten Bereich der Stückverzinkung (von Großkonstruktionen bis zu Kleinteilen)




(3)
Das Feuerverzinken von mechanischen Verbindungselementen




(4)
Normen liefern die Grundlage für die Arbeit in der Feuerverzinkerei




 Arbeitsblätter Feuerverzinken


3.1  DIN EN ISO 1461 - Durch Feuerverzinken auf Stahl aufgebrachte Zinküberzüge (Stückverzinken) -Teil 1


1. 
Anwendungsbereich
2. 
Normative Verweisungen
3. 
Begriffe
4. 
Allgemeine Anforderungen
5. 
Prüfungen

Teil 2 (Arbeitsblatt 3.2)
6. 
Anforderungen an den Überzug
7. 
Werkbescheinigung
Teil 3 (Arbeitsblatt 3.3)
 
Anhang

Nachstehend werden Erläuterungen, Hinweise und Kommentierungen zur neuen Europäischen Norm zum Stückverzinken der DIN EN ISO 1461 gegeben. Wegen der grundlegenden Bedeutung dieser Norm für das Stückverzinken war es leider nicht möglich, alle Informationen auf dem üblichen zweiseitigen Arbeitsblatt zusammenzufassen, daher werden sich auch die Arbeitsblätter 3.2 und 3.3, die denselben Titel tragen, ebenfalls mit dieser Thematik befassen. Diese drei Arbeitsblätter sind als Einheit zu betrachten.

Die DIN 50976 entfällt
Durch Feuerverzinken wird Stahl mit einem dichten, metallischen Zinküberzug versehen; der Stahl wird durch diesen dauerhaft vor Korrosion geschützt. Unter dem Oberbegriff "Feuerverzinken" sammeln sich zwei unterschiedliche Verfahrensvarianten, das diskontinuierliche Verfahren (Stückverzinken) und das kontinuierliche Verfahren ("Bandverzinken") (Abb. 1); die Arbeitsblätter 3.1, 3.2 und 3.3 berichten ausschließlich über das sogenannte Stückverzinken.
Im Rahmen einer immer intensiveren Verflechtung der Industrien auf europäischer Ebene verlieren nationale Normen zunehmend an Bedeutung; schrittweise werden sie durch einheitliche europäische Normen ersetzt. Das diskontinuierliche Feuerverzinken wurde auf nationaler Ebene bislang durch die DIN 50976 "Feuerverzinken von Einzelteilen (Stückverzinken)" geregelt. In dieser Norm waren Anforderungen und auch Prüfungen von Zinküberzügen, die nach dem Verfahren der Stückverzinkung hergestellt wurden, festgelegt. Der auf diese Weise hergestellte Zinküberzug ist auf einervielzahl von Produkten zu finden, angefangen bei kleinen Nägeln und Schrauben bis hin zu großen Masten und Hallen aus Stahl (Abb. 2). Die DIN-Norm beinhaltete alle wesentlichen Fakten, die zur Planung, Durchführung und Prüfung von Feuerverzinkungsarbeiten gehörten, sie stellte damit die allgemein anerkannte Regel der Technik auf diesem Gebiet dar. Die letzte Fassung dieser Norm stammt aus dem Mai 1989. Sie wird mit der Einführung der neuen Euro-Norm voraussichtlich Mitte 1998 ihre Gültigkeit verlieren.

Die neue DIN EN ISO 1461 gilt europaweit
Als neue Norm im Bereich des Stückverzinkens wird es ab 1998 die DIN EN ISO 1461 "Durch Feuerverzinken auf Stahl aufgebrachte Zinküberzüge (Stückverzinken)" geben. Mit dieser Norm wird eine europaeinheitliche Feuerverzinkungsnorm geschaffen, auch bisher gültige nationale Normen anderer Mitgliedsländer des CEN verlieren ihre Gültigkeit. Die DIN EN ISO 1461 hat darüber hinaus als ISO-Norm auch weltweite Bedeutung.

Änderungen
Gegenüber der bei Redaktionsschluß im April '98, noch gültigen DIN 50976 (aus 1989) wurden Änderungen in folgenden zentralen Punkten durchgeführt:
  • Änderung in der zulässigen Zusammensetzung der Zinkschmelze
  • Anzahl und Durchführung von Prüfungen sind detaillierter festgelegt
  • Anforderungen an die Dicke der Zinkübezüge in Abhängigkeit von der Materialdicke der Stahlteile sind anders gegliedert und teilweise abweichen geregelt
  • Die maximal zulässige Größe von Fehlstellen im Zinküberzug wurde auf 10 qcm geändert. In der deutschen Fassung enthält die neue Norm ein Nationales Beiblatt, das über zusätzliche Sachverhalte informiert und Empfehlungen ausspricht
  • Die neue Norm enthält umfangreiche fachliche Erläuterungen (insbesondere im Anhang C), die zum Verständnis der Voraussetzungen zum und der Vorgänge beim Feuerverzinken einen wichtigen Beitrag leisten
 
1. Anwendungsbereich
Die DIN EN ISO 1461 legt alle Anforderungen und Prüfungen fest, die an das Stückverzinken von Stahlteilen gestellt werden. Es geht hierbei um das Feuerverzinken von Einzelteilen im diskontinuierlichen Verfahren. Die neue Norm regelt sowohl die Anforderungen an Zinküberzüge, die nach dieser Verfahrenstechnik hergestellt werden (z. B. Dicke des Zinküberzuges, Ausbesserungen usw.), sie legt aber auch Prozeduren fest, mit denen die Übereinstimmung der Feuerverzinkung mit dieser Norm nachgewiesen werden kann. Die Norm gilt nicht für andere Verfahrensvarianten des Feuerverzinkens, die in anderen Normen geregelt sind. So gilt z. B. für das Feuerverzinken von Stahlrohren für Installationszwecke, die in automatischen Anlagen feuerverzinkt werden, die DIN EN 10240 (früher DIN 2444); das kontinuierliche Feuerverzinken von Band- und Feinblech ist in DIN EN 10142 bzw. DIN EN 10147 geregelt. Das Feuerverzinken von Stahldraht erfolgt nach DIN 1548. Das Feuerverzinken von Verbindungsmitteln (Schrauben, Muttern) ist zur Zeit (1998) noch in DIN 267, Teil 10 geregelt, es ist jedoch eine internationale Norm (ISO EN 965, Teil 4) in Vorbereitung, die in einigen Jahren die nationale Norm ablösen wird (Abb. 3).
Für bestimmte Serienprodukte (z. B. Gerüste, Schutzplanken usw.) gibt es eigenständige Normen und Richtlinien, die in einigen Fällen abweichende Festlegungen zum Feuerverzinken dieser Teile treffen (z. B. hinsichtlich der Schichtdicke).
Das Feuerverzinken erfolgt üblicherweise im Lohnauftrag und unterliegt damit in Deutschland den Regelungen des Werkvertragsrechtes. Individuelle Vereinbarugnen zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer, sowie Festlegungen in Leistungsverzeichnissen, die Bestandteil eines Auftrages sind, haben daher vorrangig Gültigkeit. auch wenn sie teilweise andere Festlegungen treffen als die sie tangierenden Normen. In den meisten Fällen sind jedoch nach wie vor Normen von zentraler Bedeutung, da sie entweder bei Aufträgen ausdrücklich zitiert werden, oder mangels detaillierter Festlegungen hierzu automatisch die anerkannten Regeln der Technik darstellen.
Die Norm regelt die Leistungen, die von der Feuerverzinkerei zu erbringen sind, sie gilt jedoch nicht automatisch auch für nachgeschaltete Teilleistungen. So ist z. B. die Feuerverzinkerei für die Ausbesserung der von ihr zu vertretenden Fehlstellen (unverzinkte Stellen) zuständig, hingegen jedoch nicht für die Ausbesserung von Schäden am Zinküberzug, die durch die Montage entstehen. Die neue DIN EN ISO 1461 ist auf das Feuerverzinken in dafür typischen Zinkschmelzen anzuwenden, d.h. sie ist nicht anzuwenden auf Verzinkungsverfahren, die mit speziellen Zinklegierungen mit mehr als 2% anderer Metalle arbeiten (z.B. Galfan).
 
2. Normative Verweisungen
In diesem Abschnitt werden alle Normen aufgelistet, auf die innerhalb der neuen Norm Bezug genommen wird, und die daher von besonderem Interesse sein können, dieses gilt insbesondere für durchzuführenden Prüfungen.
 
3. Begriffe
In Abschnitt 3 "Begriffe" der neuen Euro-Norm werden Begriffe, die in dieser Norm verwendet werden, definiert. Zum Verständnis der Details ist es wichtig, daß man diese Definition kennt und berücksichtigt. Insbesondere die Definitionen im Zusammenhang mit den durchzuführenden Prüfungen sind hierbei von Bedeutung.
 
4. Allgemeine Anforderungen
Die Zinkschmelze
Wie bereits aus der alten DIN 50976 bekannt, legt auch die neue Euro-Norm fest, daß nicht mehr als 1,5 Massen-% anderer Metalle in der Zinkschmelze vorhanden sein dürfen; ausgenommen bei der Festlegung dieses Grenzwertes sind hiervon die Metalle Eisen und Zinn (Abb. 4). Da die Zinkschmelzen beim Stückverzinken stets eisengesättigt sind (Fe ca. 0,03%), brauchen hierzu keine gesonderten Festlegungen getroffen zu werden. Zinn ist nützlich bei der Ausbildung der Kristallstruktur beim Feuerverzinken und braucht daher auch keinen gesonderten Reglementierungen unterworfen werden.
 
5. Prüfungen
In diesem kurzen Abschnitt legt die Norm eine Mindestanzahl von Teilen fest, die im Rahmen eines größeren Auftrages zu prüfen sind (Abb. 5). Allerdings ist die in der Norm hierzu festgelegte Mindestzahl von zu prüfenden Teilen sehr niedrig angesetzt.daß heißt in der Praxis dürfte sich anbieten, eine größere Anzahl zu prüfender Teile zu vereinbaren.





 

 

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