
|

|
(1)
Beim Warenausgang erfolgt im Rahmen der Qualitätskontrolle eine Schichtdickenmessung
|

|

|

|
(2)
Ausbessern von Schadstellen mittels Zinkstaub- beschichtungsstoffen (Schadstellen nur kleinflächig ausbessern)
|

|

|

|
(3)
Rostbraune Verfärbung von feuerverzinkten Stahlprofilen durch Fremdrost
|

|

|

|
(4)
Abgeplatzter Zinküberzug am verformten Ende eines Rohrprofils
|

|
|

|

|
|
Arbeitsblätter Feuerverzinken
|
|

|
|
2.7
Konstruktion aus feuerverzinkten Halbzeugen
1. Allgemeines
Üblicherweise werden zuvor gefertigte Stahlkonstruktionen, vorgefertigte Baugruppen und bereits verarbeitete Einzelelemente feuerverzinkt. Es kommt jedoch mitunter vor, daß Konstruktionen zu sperrig oder zu labil sind, um sie als vorgefertigte Teile stückverzinken zu können; dann kann es sinnvoll sein, diese Konstruktionen aus zuvor feuerverzinkten Halbzeugen zu erstellen. In einigen Anwendungsbereichen, z.B. bei Rohren für Installationszwecke, ist es üblich, mit feuerverzinktem Halbzeug zu arbeiten.
Feuerverzinkte Hohlprofile gibt es als Rund- oder Rechteckrohr in einer Vielzahl von Abmessungen und Stärken und in der Regel in Längen von 6 oder 12 Metern (Abb. 1). Aber nicht nur bei Hohlprofil-Halbzeugen kommt die Feuerverzinkung zur Anwendung, auch bei kalt- oder warmgewalzten Stahlprofilen aus Vollmaterial bietet der gut sortierte Stahlhandel eine Vielzahl von Abmessungen an.
Die Halbzeuge werden üblicherweise in mechanisierten oder teilmechanisierten Anlagen kostengünstig und rationell feuerverzinkt. Man erreicht eine hohe Güte und Ebenmäßigkeit des Zinküberzuges, die sich teilweise durch ein Überblasen der Profile mittels Druckluft unmittelbar beim Herausziehen der Teile aus dem Zinkbad noch weiter erhöhen läßt.
Feuerverzinkte Halbzeuge lassen sich ebenso weiterverarbeiten wie unverzinkte Stahlprofile. Im Rahmen der Weiterverarbeitung werden sie üblicherweise abgelängt und mit gängigen Verbindungsverfahren, wie zum Beispiel Schweißen, Schrauben, Nieten, Löten oder Kleben, miteinander verbunden; auch Steckverbindungen kommen vor.
Im Zuge der Weiterverarbeitung wird der Zinküberzug in den meisten Fällen lokal mehr oder weniger stark beschädigt. Ob und in welchem Umfang Ausbesserungsarbeiten am Zinküberzug durchgeführt werden müssen, ist im Einzelfall zu prüfen.
2. Anforderungen
"Eine Kette ist nur so stark wie ihr schwächstes Glied!" Aus diesem Grund ist unter Berücksichtigung des Korrosionsschutzes die aus feuerverzinktem Halbzeug hergestellte Stahlkonstruktion der als Fertigteil feuerverzinkten Stahlkonstruktion nur dann vergleichbar, wenn die Dicke des Zinküberzuges den Werten der DIN 50976 "Feuerverzinken von Einzelteilen (Stückverzinken)" entspricht, die Schäden am Zinküberzug (insbesondere an den Schweißstellen) fachgerecht gemäß DIN 50976, Abschnitt 10 ausgebessert werden, der ausgebesserte Bereich die in DIN 50976 genannten Grenzen nicht überschreitet (Ausbesserungsbereich maximal 0,5 % der Bauteiloberfläche; größte Einzel-Ausbesserungsstelle maximal 100 ccm).
Eine sorgfältige, fachkundige Ausbesserung der Schadstellen im Zinküberzug erfordert zwar einen gewissen Mehraufwand, dafür bietet die Verarbeitung von bereits feuerverzinkten Halbzeugen aber den Vorteil, daß verarbeitungsbedingte Eigenspannungen keinen Verzug während des Verzinkungsvorganges verursachen können.
Eine fachgerechte Ausbesserung von unverzinkten Stellen erfordert zunächst eine sorgfältige Reinigung bzw. Entrostung der Schadstelle. Gemäß Norm muß der Normreinheitsgrad Sa 2 1/2, oder, wenn mit Winkelschleifern oder ähnlichem Handwerkszeug gearbeitet wird, der Normreinheitsgrad PMa gemäß DIN 55 928 erreicht werden.
Als Ausbesserungsverfahren sollte das Thermische Spritzen mit Zink bevorzugt werden. Falls dieses nicht möglich ist, kommen spezielle Zinkstaub-Beschichtungsstoffe zur Ausbesserung in Betracht.
Entsprechend den Angaben der DIN 50976 sollten hierzu Zweikomponenten Epoxidharz -oder luftfeuchtigkeitshärtende Einkomponenten-Polyurethan- bzw. luftfeuchtigkeitshärtende Einkomponenten Ethylsilikat-Zinkstaubbeschichtungsstoffe eingesetzt werden. Die Dicke der aufgetragenen Beschichtungen oder Überzüge sollte ca. 100 µm betragen; die Zinkstaub-Beschichtungsstoffe sollten mindestens 90 % Zinkstaub im Pigment aufweisen. Die Ausbesserung sollte nur den tatsächlichen Schadbereich mit einer geringfügigen Überlappung zum Bereich des intakten Zinküberzuges umfassen; unnötig großflächige Ausbesserungen sind zu vermeiden (Abb. 2).
3. Verarbeitung
Feuerverzinkte Halbzeuge müssen bis zur Weiterverarbeitung sorgfältig gelagert werden, um einer Schädigung z. B. durch Weißrostbildung vorzubeugen. Bei der Lagerung von Material in Bündeln oder Paketen im Freien besteht stets die Gefahr, daß sich Feuchtigkeit zwischen den Profilen sammelt. Gerade bei frisch feuerverzinkten Stahlprofilen kann sich unter intensiver Feuchtigkeitseinwirkung und ungünstigen Belüftungsverhältnissen Weißrost bilden.
Der Gefahr der Weißrostbildung kann man vorbeugen, indem man die Stahlprofile trocken lagert und z.B. die Luftzirkulation zwischen den Profilen durch Holzzwischenlagen fördert. Das Abdecken von frei gelagerten Materialbündeln durch Plastikfolien oder Planen kann unter Umständen unerwartete Nachteile haben, denn unter der Abdeckung kommt es zu starker Kondenswasserbildung, welche die Verzinkung schädigen kann.
Bei der Weiterverarbeitung der Profile - z. B. beim Sägen, Bohren oder Trennen - muß darauf geachtet werden, daß Eisenspäne auf der verzinkten Oberfläche nicht zu einer Fremdrostbildung führen. Fremdrost entsteht, wenn sich Eisenpartikel auf feuerverzinkten Oberflächen ablagern und dort zusammen mit Feuchtigkeit Rost bilden.
Bei Feuchtigkeitseinwirkung verfärbt sich der Bereich um derartige Eisenpartikel intensiv rotbraun (Abb. 3).
Lassen sich lose aufliegende Säge- und Bohrspäne oder Reste von Schweißelektroden noch relativ leicht abfegen, so sind festgebrannte Partikel, wie sie beim Trennschleifen als extrem heiße Funken auf die feuerverzinkten Oberflächen geschleudert werden können, sehr viel problematischer.
Diese heißen Eisenpartikel brennen sich auf der Oberfläche des Zinküberzuges fest und lassen sich mit einfachen Mitteln nicht mehr entfernen.
Zwar lassen sich feuerverzinkte Halbzeuge weitgehend wie unverzinkte Stahlprofile verarbeiten, es ist jedoch größte Vorsicht geboten, wenn es darum geht, die Profile in einem engen Radius zu biegen, abzukanten oder zu stanzen. In solchen Fällen kann es vorkommen, daß der Zinküberzug die auftretenden Belastungen nicht unbeschadet übersteht (Abb. 4). Es können kleine Risse oder lokale Abplatzungen auftreten.
Die Verwendung von feuerverzinkten Halbzeugen kann in einigen Anwendungsbereichen, in denen das Stückverzinken nicht möglich ist, Vorteile haben; jedoch erfordert die Weiterverarbeitung und die damit verbundene Ausbesserung unverzinkter Stellen im Zinküberzug stets einen gewissen Mehraufwand. Es ist im Einzelfall zu entscheiden, welche Art der Feuerverzinkung einzusetzen ist.
|
|